Fluktuationsrate – relative Kennzahl

?????????????????????????????????????????????????????????????????????????Immer wieder werde ich mit der Frage konfrontiert, welche Fluktuationsrate ein Unternehmen anstreben sollte, welche Faktoren die Fluktuationsrate beeinflussen und wie wertvoll sie als Kennzahl ist. Wie so manches ist eben auch die Fluktuationsrate relativ und die Fragen rund um sie nicht pauschal zu beantworten.

Definition der Fluktuationsrate
Zunächst ist es mal wichtig, zwischen der netto und der brutto Fluktuationsrate zu unterscheiden. Bei der brutto Fluktuationsrate werden alle Mitarbeiterabgänge ins Verhältnis zur durchschnittlichen Mitarbeiterzahl gesetzt. Sind in einem Jahr zehn Mitarbeitenden aus einem Unternehmen ausgeschieden, so beträgt die brutto Fluktuationsrate bei einer jahresdurchschnittlichen Mitarbeiterzahl von 100 rund 10%. Im Fokus steht aber meist die netto Fluktuationsrate, da sie Auskunft darüber gibt, wie viele Mitarbeitende das Unternehmen freiwillig verlassen haben (nur Kündigungen durch Arbeitnehmer ohne Pensionierungen) und dies wiederum einen Hinweis bezüglich der Arbeitgeberattraktivität liefert. In der Regel darf davon ausgegangen werden, dass die netto Fluktuationsrate gemeint ist, wenn von der Fluktuationsrate gesprochen oder geschrieben wird.

Höhe der Fluktuationsrate
Gemäss aktuelleren Zahlen des Bundesamtes für Statistik, liegt die durchschnittliche Fluktuationsrate in der Schweiz bei 10%, was über dem europäischen Durchschnitt liegt. Es wäre nun aber nicht ratsam, pauschal die 10% als Richtwert zu nehmen, denn diese Zahl schwankt je nach Branche. Beispielsweise Hotellerie 17,9%, Baugewerbe 12,3%, Maschinenindustrie 8,9%, Pharmaindustrie 6,6%, Öffentliche Verwaltung 5,9% (Quelle: Bundesamt für Statistik).

Interpretation der Fluktuationsrate
Für ein Unternehmen ist es nicht nur wichtig zu wissen, wie hoch die Fluktuationsrate innerhalb der eigenen Brache ist, sondern auch wie sich die eigene Fluktuationsrate entwickelt und dies nicht nur über ein paar Monate, sondern über Jahre. Zudem sollte bei der Interpretation der aktuellen Fluktuationsrate immer hinterfragt werden, welche internen Massnahmen, Vorkommnisse und Entscheide aber auch welche externen Einflussgrössen diese beeinflusst haben könnten.

Kriterien für Kündigungen und hohe Fluktuationsraten
Es mag vielleicht überraschen, dass der Lohn selten ein entscheidendes Kriterium für eine Kündigung ist, auch wenn sich in den letzten Jahren eine steigende Tendenz abzuzeichnen scheint. Somit muss sich ein Unternehmen mit einer tendenziell hohen Fluktuationsrate (also einer Fluktuationsrate über 10% oder über dem Branchendurchschnitt), nicht in erster Linie Gedanken über das Lohnsystem und –niveau machen, denn meistens stehen Themen rund um Work-Life-Balance, Gestaltungsfreiheit und Aufgabeninhalt im Vordergrund. Aber auch bei den Kriterien und Gründen für eine hohe Fluktuationsrate lassen sich kaum Pauschalaussagen machen, denn die Bedürfnisse sind von Branche zu Branche verschieden und entsprechend auch die Herausforderungen in der Bestrebung die Fluktuationsrate zu senken.

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